Österreichisch-ungarischer Friedhof von Brazzano
Brazzano ist ein kleiner Ortsteil von Cormòns in der Provinz Gorizia, eingebettet zwischen der friulanischen Ebene, dem Fluss Judrio und dem Gebiet des Collio.
Im Jahr 1915 gehörte es noch zum österreichisch-ungarischen Reich, wurde jedoch bereits am ersten Kriegstag von italienischen Truppen besetzt, da es nur wenige Kilometer von der Grenze entfernt lag. Nach dem Rückzug von Caporetto wurde Brazzano von den Österreichern zurückerobert, ehe es nach dem 4. November 1918 endgültig Teil des Königreichs Italien wurde.
Der zivile Friedhof beherbergt noch heute einen Bereich, der den österreichisch-ungarischen Gefallenen des Ersten Weltkriegs gewidmet ist. Um ihn zu besuchen, fährt man nach Cormòns und folgt den Hinweisen nach Cividale del Friuli entlang der Staatsstraße SS356 bis zum Ortsteil Brazzano. Beim Betreten des Friedhofs befinden sich dort die Gräber jener Menschen, die im hier eingerichteten Kriegsgefangenenlager ums Leben kamen, sowie die sterblichen Überreste der 282 Gefallenen aus der Umgebung, die ursprünglich in Cormòns bestattet worden waren.
Die Wiese ist mit weißen Steinkreuzen bedeckt, während entlang der Friedhofsmauer steinerne Gedenktafeln angebracht sind. Weiter vorne stehen eiserne Kreuze, die den Ort kennzeichnen, an dem die Gefangenen des Lagers ruhen. Am Ende des Friedhofs, direkt an der Umfassungsmauer, erhebt sich ein großes pyramidenförmiges Denkmal mit einer Rosette in der Mitte, auf der die Worte „Freund und Feind / Im Tode vereint“ eingraviert sind.
Informationen
Via Pittoni - Loc. Brazzano
I-34071 Cormòns (GO)